„Wir bleiben im Herrn verbunden...“

Mit diesem Schlusswort verabschiedete sich Bezirksapostel Wilfried Klingler von den Geschwistern aus dem Arbeitsbereich Halle des Kirchenbezirkes Leipzig. 14 Jahre war er auch hier als Kirchenpräsident der Gebietskirche Mitteldeutschland verantwortlich tätig. Im Juni 2016 tritt er in den altersbedingten Ruhestand.

Am Abend des 27. Januar hielt Bezirksapostel Klingler seinen letzten Gottesdienst in der Region. In seiner Begleitung waren Apostel Jens Korbien, Bischof Thomas Matthes und die Bezirksämter des Bezirkes Leipzig.

Der Bezirksapostel ließ erst gar keine Wehmut aufkommen. Seiner Predigt hatte er das Bibelwort 1. Korinther 1, 4 und 5 zugrunde gelegt:

„Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid in aller Lehre und in aller Erkenntnis.“

Dankbarkeit war der rote Faden, der sich durch seine Ausführungen zog. Darum ging er gleich auf das zuvor gesungene Lied des Chores „Preis und Anbetung“ (CB 152) ein:

„Gott loben und preisen ist der Auftakt zu jedem Gottesdienst.“

Der Bezirksapostel brachte seine Dankbarkeit gegenüber den anwesenden Geschwistern, aber auch denen, die nicht kommen konnten, sowie gegenüber der Seelsorgetätigkeit der Amtsbrüder vor Ort zum Ausdruck.

Doch dann nahm er sich ganz zurück und machte sich zum sprechenden Mund der Gemeinde, als er auf den zweiten Teil des Bibelwortes einging:

„Wir danken Gott, dass er uns reich gemacht hat in allen Stücken der Lehre und Erkenntnis.“

Um Reichtum im Sinne Gottes deutlich zu machen, stellte er die Aufbauarbeit der Neuapostolischen Kirche in Sambia vor hundert Jahren dem Gleichnis vom reichen Kornbauern gegenüber (vgl. Lukas 12, 16 bis 21).

In dem afrikanischen Land versprach ein mittelloser Verkündiger des Evangeliums, dessen ganzer Besitz hauptsächlich aus einer Bibel bestand, die Menschen in Gott reich zu machen. Im Jesusgleichnis hatte ein erfolgreicher Bauer Mühe, seine gute Ernte unterzubringen. Er schuf dafür Möglichkeiten, versäumte aber, auch etwas für seine Seele zu tun. Sambia ist heute die größte neuapostolische Gebietskirche der Erde. Der Kornbauer jedoch konnte vor Gott nicht bestehen.

Gott hat große Schätze, die wir erwerben können:

  • Glaube: Mein Leben liegt in der Hand Gottes. Das öffnet neue Sichtweisen.
  • Liebe: Liebe sieht nicht, was vor Augen ist, sondern das Herz an.
  • Urvertrauen: sich völlig auf Gott im Glauben an Gott verlassen.
  • Friede: „Selig sind die Friedfertigen…“ sagt Jesus in der Bergpredigt (vgl. Matthäus 5, Vers 9).

Apostel Korbien betonte den Wert eines jeden Gottesdienstes. Wenn wir diesen schätzen, dann werden wir auch dafür danken und, ganz wichtig, vom Evangelium an Andere abgeben.

In der Vorbereitung auf den liturgischen Höhepunkt des Gottesdienstes, die Verkündigung der Freisprache von Sünden und die Feier des Heiligen Abendmahles, führte Bezirksapostel Klingler aus: „Jede Vergebung der Sünden ist ein Ja-Wort Gottes zu dir und mir, das gibt uns Mut.“

An diesem Abend empfing ein Kleinstkind aus der Gemeinde Halle (Saale) das Sakrament der Heiligen Versiegelung.

Nach dem Gottesdienst ergriff der Bezirksälteste kurz die Gelegenheit, dem scheidenden Bezirksapostel für seine Arbeit an den hiesigen Geschwistern und Gemeinden zu danken und überreichte ihm zur Erinnerung ein kleines Präsent mit regionalen Spezialitäten, unter anderem in Anspielung auf Matthäus 5, 13: Hallorensalz.

Viele Geschwister nutzten die Gelegenheit, sich vom „baldigen Ruheständler“ zu verabschieden.

Autor: B.Z./Fotos: F.N.