Jeder hat einen Namen bei Gott

Apostel Gerald Bimberg hielt im Gemeindezentrum Halle (Saale) den ersten gemeinsamen Bezirks-Kinder-Gottesdienst des nun größeren Kirchenbezirks Leipzig.

Der Apostel begann den Gottesdienst, zu dem rund 120 Kinder mit ihren Eltern und Betreuern gekommen waren, mit dem Bibelwort aus Markus 10, Verse 51 und 52:

„Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.“

Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes las er den Zuhörern die Begebenheit um die „Heilung eines Blinden bei Jericho“ vollständig vor, damit der Zusammenhang verständlich wurde. Der Apostel verwandte viel Mühe darauf, den Kindern die damaligen Sitten und Gebräuche, die Zeitumstände und –verhältnisse altersgerecht zu erläutern. So konnten sie die tiefere Bedeutung der Tat Jesu besser verstehen.

Ein Blinder galt als behinderter Mensch damals nicht viel, man hielt ihn für einen Sünder und sein Gebrechen als Gottes Strafe dafür.

„Doch“, so führte Apostel Bimberg aus, „dem ist nicht so! Kein behinderter Mensch ist von sich aus böse oder von Gott verlassen. Gott liebt alle Menschen.“ Der Blinde von Jericho wird sogar bei seinem Namen genannt – Bartimäus – was damals in der Öffentlichkeit nur reichen Menschen vorbehalten war. „Aber bei Gott hat jeder einen Namen, er kennt auch Dich und nennt Dich bei Deinem Namen“, so der Apostel.

Weiterhin sprachen noch Bezirksevangelist Marco Fründ und Evangelist Matthias Kortüm zu den Kindern.

Dieser Tag war auch gedacht als Tag der Begegnung und des Kennenlernens der Kinder untereinander. Für die Zeit nach dem Kindergottesdienst waren ein Mittagessen und vier verschiedene Stationen vorbereitet worden, wo man sich körperlich stärken und geistig fit machen konnte.

In vier Gruppen aufgeteilt, erlebten die Kinder an den einzelnen Stationen, wie es ist, wenn man nichts sieht. Dabei erfuhren sie auch, welche Möglichkeiten es inzwischen gibt, blinden Menschen das Leben etwas zu erleichtern. Dazu berichtete unter anderem eine blinde Schwester aus ihrem Leben und zeigte verschiedene Hilfsmittel aus ihrem Alltag, zum Beispiel:

- Alphabet in Blindenschrift (konnten die Kinder jeweils mitnehmen)

- Führstock für das Gehen auf der Straße

- Schreibmaschinen für Kurzschrift und Vollschrift

- „sprechende“ Armbanduhr

- „sprechende“ Küchenwaage

- Schablone für Geldscheine beim Bezahlen an einer Kasse und vieles mehr.

Ein Bruder hatte zur Demonstration verschiedene Bedienelemente einer Fußgängerampel auf eine Tafel montiert und erläuterte die einzelnen Töne, Taster und Formen der Geräte.

An anderen Stationen erlebten die jungen Akteure, was man fühlen, schmecken, riechen kann und muss, wenn man die Dinge nicht sieht.

Außerdem wurde das Anziehen von Jacke, Schuhen, Handschuhen usw. erprobt, wenn man nur fühlen kann, ob alles richtig sitzt.

Knifflig war auch das Zuordnen der Klänge von Musikinstrumenten oder anderer Geräusche, weil man nicht sehen konnte, wer oder was sie erzeugt.

Insgesamt war es ein lebendiger kindgerechter Gottesdienst mit einer ebenso interessanten Fortsetzung in den Mittagsstunden. Selbst das launische Wetter, was von Sonnenschein bis Regenschauer reichte, konnte die Freude nicht trüben, brachte aber die Helfer ganz schön ins Schwitzen, weil mehrmals die Freiflächen auf dem Kirchenhof beräumt werden mussten.

Dank allen Organisatoren und Helfern!

Autor: B.Z./Fotos: F.N.