„Ein jegliches hat seine Zeit…“(Prediger 3, aus 1)
Letztes Orgelkonzert in der Gemeinde Schafstädt

Am 06. November 2022 fand auf der Kühn-Orgel des am 16. Oktober 2022 entwidmeten Kirchenraums der neuapostolischen Gemeinde Schafstädt ein letztes Orgelkonzert statt.

Jens Petereit als Organisator und Moderator konnte etwa 60 interessierte Zuhörer aus dem gesamten Kirchenbezirk Leipzig begrüßen. In seinen Einführungsworten ließ er erst gar keine Traurigkeit oder „Beerdigungsstimmung“ aufkommen.

Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, gemeinsam mit seinen zwei Mitorganisten, Vincent Kloss aus Halle (Saale) und Sebastian Reinhold aus Bad Lauchstädt, noch einmal eine Vertreterin der „Königin der Instrumente“ erklingen zu lassen und dabei den Variantenreichtum eines solchen Instruments aufzuzeigen.

Die Pfeifenorgel, erbaut von der Orgelbauanstalt Kühn aus Merseburg an der Saale und 1987 in Schafstädt installiert, ist mit ihren 13 Registern eine der größten und schönsten im Kirchenbereich Leipzig/Halle. Die Zukunft dieses Kircheninstrumentes ist noch offen, aber Jens Petereit ist sich sicher, dass es in seiner Gesamtheit oder in wesentlichen Teilen bald wieder erklingen wird.

Die drei Organisten gestalteten das Konzert sehr abwechslungsreich. Es begann Vincent Kloss mit dem Präludium G-Dur von J. S. Bach (1685-1750), eines der am meisten gespielten Präludien des großen Komponisten. Das anschließende Choralvorspiel „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ brachte musikalisch die Zuversicht zum Ausdruck, auch in Zukunft auf Gottes Führung und Hilfe zu vertrauen. Sebastian Reinhold spielte ein Thema mit Variationen von F. Mendelssohn Bartholdy (1809-1847), welches unterschiedliche Klangfarben der 2 Manuale der Orgel zur Geltung brachte. Es folgten das klangprächtige „Nun danket alle Gott“ von F. Liszt (1811-1886) und die Partita „Was Gott tut, dass ist wohlgetan“ von J. Pachelbel (1653-1706), gespielt von J. Petereit und V. Kloss.

Zur Freude der begeisterten Zuhörer hatte J. Petereit versprochen, einige Wunschlieder aus Gesangbuch oder Chormappe zu improvisieren. So hörte man den Männerchorsatz: „Und fragst du die Wolken da droben…“, „Näher mein Gott zu dir…“ nach der Fassung im vorherigen Gesangbuch und auch „Mach mich reiner…“ aus dem Chorbuch.

Ein besonderer Moment war, als der Moderator alle Anwesenden bat, mit ihm ein Gebet zu sprechen, in welchem der herzliche Dank für das jahrelang segensreich genutzte Instrument zum Ausdruck kam und allen Organistinnen und Organisten, die in der Vergangenheit an dieser Stelle geübt und die Gottesdienste mit gestaltet haben, gedankt wurde. Damit brachte er alle aufkommende Traurigkeit und eventuelle „Beerdigungsstimmung“ zum Schweigen.

Doch noch hatten die drei Musiker einiges zu bieten. S. Reinhold und V. Kloss brachten Bearbeitungen der Kirchenlieder „Herr, bleib bei mir…“ (P. Fey *1998) und „Sollt‘ ich meinem Gott nicht singen…“ nach der Fassung von S. Karg-Elert (1877-1933) zu Gehör, ehe J. Petereit alle zum Mitsingen einlud und bei dem Choral „Großer Gott, wir loben dich…“ noch einmal alle Register zog sowie die Klangfülle der Orgel letztmalig demonstrierte.

Anschließend hatten alle Konzertbesucher Gelegenheit, sich noch mit ihren speziellen Fragen an die Organisten zu wenden oder im persönlichen Gespräch den Nachmittag ausklingen zu lassen.