Zusammen leben – Zusammen wachsen

Das ist das Motto der nunmehr 44. Interkulturellen Woche, die am 22.09.2019 um 17:00 Uhr in der St. Moritzkirche Halle (Saale) bundesweit mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet wurde.

Die Interkulturelle Woche ist eine bundesweite Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Die Interkulturelle Woche wird von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und –beauftragten und Migrantenorganisationen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5 000 Veranstaltungen durchgeführt.

In der gut gefüllten Moritzkirche feierten Christen und Muslime unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam den Gottesdienst mit Gesang, Gebet, Bibellesungen.

Die Predigt unter dem oben genannten Leitwort hielt der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige aus Magdeburg. Er sprach dabei besonders die Thematik „Integration“ an mit ihrer Vielseitigkeit im Alltag und rief zum Dialog im Miteinander auf, in dem gemeinsam Freude und Leid geteilt werden und nach Möglichkeiten gesucht wird, wie man sinnvoll zusammenleben kann.

Der evangelische Landesbischof Propst Dr. Johann Schneider hob in seiner Ansprache die Verschiedenartigkeit unserer Gesellschaft hervor. Unter anderem betonte er: „Wenn wir uns dabei (im Miteinander) in gegenseitigem Respekt begegnen, können wir aneinander wachsen.“

Für die acht Teilnehmer aus unserer neuapostolischen Gemeinde war die Liturgie schon noch ungewohnt, aber ein für Jeden bereit gelegtes „Programmheft“ mit allen Liedern, Texten und Hinweisen war eine große Hilfe.

Eine Gruppe Jugendlicher sorgte für die musikalische Umrahmung.

Die Bibellesung aus den Seligpreisungen (nach Matthäus) wurde in mehreren europäischen und überseeischen Sprachen gehalten, ebenso die Fürbittgebete. Darin war auch unser Gemeindeleiter, Evangelist Uwe Bartels, als Vertreter der Neuapostolischen Kirche eingebunden.  

Beeindruckend für uns nichtorthodoxe Christen war das gesungene „Gloria“ zweier orthodoxer Sänger.

Zur Bekräftigung des ökumenischen Gedankens wurde gemeinsam ein Glaubensbekenntnis (aus Seoul) und das „Vaterunser“ gesprochen bzw. gebetet, ein jeder in seiner Muttersprache.

Mit einem Grußwort der muslimischen Gemeinde Halle (Saale) ging der Gottesdienst zu Ende.

Propst Reinhard Hentschel als Hausherr lud anschließend zu Begegnungen in den Garten der Kirche ein, was vielfach genutzt wurde. Auch wir kamen mit anderen Kirchenvertretern ins Gespräch, zum Teil kennt man sich schon aus früheren Treffen.

Eine tolle Zugabe an diesem Abend war ein Männer-Quartett aus Uganda, das spontan zwei Gospels zu Gehör brachte. Man hatte den Eindruck, da singen mindestens zwanzig Sänger. Reicher Beifall belohnte die vier bescheidenen jungen Männer.