Kinder, Kreuze und Königinnen

Die Fünfte Kinderkirchennacht der Gemeinde Halle (Saale)

Dunkle Wolken, eine matschige Baustelle und Nieselregen...das Wetter meinte es nicht gut mit uns am diesjährigen Gründonnerstag. Doch Wetter hin oder her, wenn die bereits fünfte Kinderkirchennacht ansteht, kann die Sonne im Herzen ja nur scheinen. Zwölf Kinder (und Beinahe-Jugendliche) waren der Einladung zur schon zur Tradition gewordenen Übernachtung in der Kirche gefolgt. Sie erwarteten freudig das alljährliche Abendmahl, die Spiel- und Spaßzeit und vor allem den versprochenen gemeinsamen Besuch einer Königin.

Doch bevor diese Königin kennengelernt wurde, wurde die Aufmerksamkeit auf die Besonderheit des Tages und der bevorstehenden Feiertage gelenkt. In Gruppen sollte die Passionsgeschichte in vier Stationen gestaltet werden: Palmsonntag, das Letzte Abendmahl, die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu. Mit viel Kreativität und Liebe zum Detail wurde diese „Passionsgeschichte zum Anfassen“ errichtet und konnte auch am folgenden Tag von den Geschwistern der Gemeinde angeschaut werden.

Auf die Königin waren alle natürlich besonders gespannt und nicht minder überrascht, dass es sich dabei um die Königin der Instrumente handelte: Die Orgel. Der Organist hatte für die Kinder eine Audienz der besonderen Art vorbereitet: Auf spielerische Art stellte er das königliche Instrument vor. Dabei erklärte er nicht nur die Funktionsweise und erzählte die lange währende Geschichte der Orgel, sondern lud die Kinder auch in deren „Bauch“ ein, um dort die Töne nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen. Nachdem sie derart auf Tuchfühlung mit der großen Königin gehen durften, konnten sie ihr neu erworbenes Wissen in einem Quiz unter Beweis stellen.

Aber Entdecken und Lernen ist nicht nur spannend, sondern macht auch hungrig. Das Abendessen wurde auch in diesem Jahr in Erinnerung an Jesus Christus' letztes Abendmahl zelebriert. Im Gedenken an ihn und sein großes Opfer wurde ein Licht herumgereicht, sodass jeder eine Kerze vor sich stehen hatte. Auch für Jesus brannte eine große Kerze in der Mitte des Tisches, die symbolisierte, dass er nicht nur lebt, sondern auch mitten unter uns ist.

Nach dieser stillen Erfahrung durften die älteren Kinder den Altar und dessen Schmuck für den kommenden Karfreitagsgottesdienst vorbereiten und gemeinsam ein großes Holzkreuz zusammenbauen. Die jüngeren konnten jeder ein eigenes kleines Holzkreuz zusammenfügen. Diese Kreuze wurden später mit Blumen in einer kleinen Zeremonie dem Kirchenschmuck hinzugefügt.

Nach so vielen Erlebnissen waren nicht nur die Kinder müde und nach einer (mehr oder weniger) ruhigen Nacht wurde der Karfreitag mit Frühsport und einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Diese fünfte Kinderkirchennacht war wieder eine wunderbare Erfahrung, die in uns allen sicher noch einige Zeit nachklingen wird. Vielen Dank an alle Beteiligten, die ihren Beitrag dazu geleistet haben, dieses Ereignis für uns wieder so einmalig zu gestalten.